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First Responder Apps:Schnellere Hilfe im Notfall?

First Responder Apps: Schnellere Hilfe im Notfall?

14 Minuten in der Stadt, 17Minuten im ländlichen Raum: so lauten aktuelle Daten zur Hilfsfrist in Thüringen (1). Es handelt sich um die Zeit, die der Rettungswagen bis zum Eintreffen an dem Einsatzort benötigt. Die Differenz von drei Minuten bekommt somit eine ganz andere Dimension: nämlich eine potenziell lebensrettende. 

Aber was wäre, wenn die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens überbrückt werden könnte? Wenn ErsthelferInnen, die bereits zufällig in der Nähe sind, alarmiert werden können und Erste Hilfe leisten könnten? Damit würde vor allem im ländlichen Raum ein bereits funktionierendes System gestützt und optimiert werden.

Sogenannte “First Responder Apps” machen dies möglich. Sie alarmieren registrierte ErsthelferInnen im Umkreis per Smartphone, sobald ein Notruf abgesetzt wird. Diese können dann die Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes überbrücken.  

Fehlendesflächendeckendes Angebot

Zwar existieren von diesen Anwendungen in Deutschland bereits sieben verschiedene, einziges Problem: es gibt kein flächendeckendes Angebot (2). Das heißt, dass in verschiedenen Landkreisen unterschiedliche Apps aktiv sind. Zum Teil sind sogar mehrere Apps in einer Region aktiv, in anderen Regionen gibt es gar keine aktive App (3). 

Hier entsteht ein Interoperabilitätskonflikt - viele vorhandene Systeme existieren, kooperieren aber nicht miteinander und sind dementsprechend nicht kompatibel. Wer also in verschiedenen Landkreisen lebt, arbeitet und unterwegs ist benötigt mehrere Apps um zu helfen. Ein umständliches Konzept, das erneut zeigt: digitale Tools können helfen und bestehende Versorgungssysteme effektiv ergänzen - sofern sie NutzerInnenfreundlich und Strukturen übergreifend sinnvoll konzipiert sind. 

17 Minuten vs. 5 Minuten

Um unterschiedliche Verläufe eines Rettungseinsatzes zu visualisieren, haben wir in unserem Reel zwei verschiedene Varianten gegenübergestellt. Es zeigt, wie Telemedizin im Notfall ergänzend wirken kann – vor allem im ländlichen Raum.  

Quellen:

(1) Björn Steiger Stiftung,Was ist die Hilfsfrist?, Was ist die Hilfsfrist? - Rettungslandschaft.de

(2) Björn Steiger Stiftung,Welche Ersthelfer-Apps gibt es in Deutschland?, Welche Ersthelfer-APPs gibt es in Deutschland? -Rettungslandschaft.de

(3) Deutscher Rat fürWiederbelebung, Übersichtskarte Ersthelfersysteme, Deutscher Rat für Wiederbelebung - German Resuscitation Council(GRC) e.V.

(4) Marks, Tore. et al. An app to keep: smartphone-based dispatch ofcommunity first responder to cardiac arrest.  BMCCardiovascular Disorders 25, 159 (2025). https://doi.org/10.1186/s12872-025-04586-y.

(5) C. Pommerenke. C.. et al.Automated and app-based activation of first responders for prehospital cardiacarrest: an analysis of 16.500 activations of the KATRETTER system inBerlin. Scandinavian Journal of Trauma,Resuscitation and Emergency Medicine,105 (2023).https://doi.org/10.1186/s13049-023-01152-3.